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Neulich hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin. Ich habe mir vor ein paar Tagen nämlich endlich mein Nasenpiercing stechen lassen, was ich schon will, seitdem ich ungefähr 16 bin und jetzt habe ich‘s endlich gemacht. Und ich habe nicht so lange gewartet, weil ich Angst vor den Schmerzen hatte, sondern weil ich meine Nase eigentlich nicht besonders mag und meine Selbstzweifel auf andere projiziert habe. So als würde dann jeder denken, wieso ich meine in meinen Augen unschöne Nase auch noch betone.

Als wir uns darüber so unterhalten haben, haben wir mal überlegt, wer wir eigentlich vor 10 Jahren waren. Und ich für meinen Teil habe festgestellt, dass ich wirklich verdammt froh bin, nicht mehr der Mensch von vor 10 Jahren zu sein. Wenn ich an die Vany vor 10 Jahren dann habe ich eine Vany im Kopf, die sehr unglücklich und unzufrieden mit ihrem Leben war. Die viel zu viel darüber nachgedacht hat, was andere Menschen von ihr denken könnten und sich deswegen viele Dinge nicht getraut hat zu tun.

Ich habe dann weiter überlegt und war dann richtig stolz auf die Entwicklung, die ich gemacht habe. Vor allem in den letzten drei Jahren war das nochmal extremer. Ich bin heute auf jeden Fall glücklicher und ausgeglichener und kann mit schlechten Phasen anders umgehen als damals. 

Man könnte jetzt auch meinen, dass ich mein Leben total im Griff habe und irgendwie „fertig“ bin. Aber ich glaube das ist man nie. Und nur weil ich jetzt meinen Nasenring endlich habe, gibt es für mich in Sachen Selbstliebe noch genug anderes zu tun. Und nur, weil ich ein paar Mal alleine auf Reisen war, kostet es mich trotzdem jedes Mal verdammt viel Mut meine Ängste zu überwinden und nochmal in ein fremdes Land zu fliegen. Ich kenne meine Baustellen total gut.

Aber ich habe gemerkt woran das liegt, dass ich so eine innere Stärke entwickelt habe und wie ich Trigger besser erkenne, um an ihnen zu wachsen. DAS sind für mich richtige Life Hacks und die passenden Fragen, die ich mir dazu stelle. Und genau das möchte ich dir heute gerne vorstellen. 

Life Hack Frage Nr. 1: Von „Warum ich schon wieder?“ zu „Was will das Leben mit damit sagen?“

Ich gebe zu – das ist manchmal ein bisschen zu weichgespült. Ich meine damit aber nicht Schicksalsschläge oder Katastrophen.

Ich beziehe das eher auf das alltägliche Leben mit den Herausforderungen, die uns da begegnen. Grundsätzlich glaube ich schon daran, dass es bestimmte Muster in unserem Leben gibt, die sich immer und immer wieder wiederholen werden, bis wir die auflösen.

Bei mir war das im Bereich „Freundschaft“. Ich habe festgestellt, dass es einfach viel zu viel Drama gibt und überhaupt keine Leichtigkeit. Immer wieder hatte ich das Gefühl etwas falsch zu machen. Ich war dann immer verzweifelt und habe mich gefragt: Warum ich schon wieder? Was mache ich denn bitte falsch? Aber wenn man mal versucht die Perspektive zu wechseln und sich stattdessen fragt, was das Leben einem damit sagen will, dann kann das wirklich viel verändern. Vielleicht will mir das Leben damit einfach zeigen, dass das keine richtigen Freunde sind und mich lieber auf die Menschen konzentrieren darf, die mich so lieben wie ich bin.

Und dann habe ich aber gemerkt, dass ich oft gar nicht so bin wie ich wirklich bin, sondern mich anpasse, damit alle zufrieden sind. Aber mich habe ich dabei halt vergessen. Erst als ich angefangen habe mich selbst so zu akzeptieren wie ich bin und meine Grenzen auch zu kommunizieren, haben das die Menschen um mich herum auch gekonnt. Wie sollen andere Menschen dich so akzeptieren wie du wirklich bist, wenn du das selbst nicht kannst?


Life Hack Frage Nr. 2: Was will ICH eigentlich wirklich vom Leben?

Der Punkt geht Hand in Hand mit dem ersten Punkt. Wie gesagt, ich war oft gar nicht ich selbst, hatte Angst zu meinen wahren Interessen zu stehen (z.B. Spiritualität war so ein Thema). Ich erlaube mir jetzt diese Frage auch mal und beantworte sie dann ehrlich. Ich stehe zu mir und meinen Bedürfnissen und weiß inzwischen, dass ich auch wichtig bin. 

Auch du kannst dich das öfter fragen. Es geht dabei nicht nur um das Generelle im Leben, sondern auch um das Alltägliche. Was willst du gerade wirklich? Willst du tanzen gehen oder lieber einen entspannten Abend zu Hause verbringen? Willst du ein neues Hobby anfangen oder lieber an deinem Blog arbeiten? Es gibt kein richtig oder falsch, denn nur du kennst die Antwort auf diese Frage.

Für mich gehört da auch meine Sprunghaftigkeit mit rein. Ich habe da früher sehr stark gegen mich gearbeitet. Mich selbst fertig gemacht, weil ich nicht mal eine Sache durchziehen kann und irgendwie gefühlt nichts so richtig gut kann. Ich will ALLES vom Leben und ein Leben, in dem ALLES seinen Platz hat. Und heute denke ich mir: Zum Glück bin ich nicht mehr der gleiche Mensch wie damals, sondern akzeptiere mich so, wie ich bin – mit allen Facetten, Ideen und Interessen!

Life Hack Frage Nr. 3: Was ist mein Beitrag zu diesem Konflikt und kann ich die Verantwortung dafür übernehmen?

Ich bin nicht perfekt, sondern ein ganz normaler Mensch und jeder Mensch macht mal Fehler. Ich finde es so wichtig, dass man sich solche Fehler auch eingestehen kann und sich dafür entschuldigt.

Sich zu entschuldigen und einen Fehler einzugestehen ist nicht immer einfach. Aber manchmal muss man einfach sein Ego beiseitestellen und sich fragen: Was ist gerade wirklich wichtig? Und ist dieser Streit oder dieses Missverständnis das wirklich wert, dass ich jetzt diesen Menschen nicht mehr in meinem Leben habe? Oder unnötig viel Zeit mit Streit verbringe?

Natürlich müssen sich beide Seiten da entgegenkommen, aber du musst eben auch die Verantwortung für deinen Teil des Konfliktes übernehmen. Gleichzeitig zeugt es auch von Größe, wenn man verzeihen kann, wenn man wirklich verzeihen WILL. Also dass man nicht nachtragend ist und wenn man bereit ist eine zweite Chance zu geben auch mit ganzem Herzen JA sagt. 

Life Hack Frage Nr. 4: Wenn ich jemanden (grundlos) nicht leiden kann – was sagt das über mich aus? 

Diese Frage hat für mich so viel verändert. Es gibt manchmal Personen, da kann man nicht wirklich erklären, warum man sie nicht mag. Eigentlich machen sie nichts Schlimmes, aber trotzdem ist da eine richtige Wut im Bauch, wenn man nur an diese Person denkt. Ich hatte das ganz oft früher. Und glücklicherweise habe ich auch da meine Perspektive verändert. Ich habe nämlich dadurch erkannt, dass mir die Person etwas spiegelt. Entweder bin ich unbewusst neidisch auf das Verhalten oder die Person und versuche das zu überspielen oder es zeigt mir etwas, das ich an meinem eigenen Verhalten nicht mag. Ein Beispiel dafür, das von meiner Freundin kommt: Sie hatte oft Schwierigkeiten mit schönen Frauen, die mit ganz leicht mit Männern flirten konnten. Durch die Frage hat sie aber gemerkt, dass sie eigentlich auch gerne so unbeschwert wäre und sich selbst mehr lieben und akzeptieren darf, wie sie ist. Spannend, oder? 

Life Hack Nr. 5: Wie kann ich mich vom Verhalten anderer Menschen abgrenzen?

Auch ein Klassiker: Man versucht positiver durchs Leben zu gehen, sich von jeglichem Drama fernzuhalten und sich nicht runterziehen zu lassen. Und dann gibt es die Menschen, die ständig meckern und uns immer wieder herausfordern. Entweder sind es die Kollegen, die mit dem Lästern nicht aufhören können oder vielleicht sogar die Freundin, die uns grundlos anzickt. Ich habe mir angewöhnt mir diese Frage zu stellen, wenn ich mich in einer solchen konkreten Situation befinde.

Zum Beispiel kannst du vielleicht den Kaffeeklatsch räumlich verlassen. Bei deiner Freundin kannst du dir denken, dass das Verhalten mehr über sie aussagt, als über dich. Vielleicht hatte sie einen blöden Tag und wird sich hinterher dafür entschuldigen. Oft es ist das gar nicht wert, dass wir uns dem auch noch hingeben und mitreißen lassen. 

Das heißt auch nicht, dass ich das zu 100% verinnerlicht habe. Ich darf mich selber auch oft noch daran erinnern und wachsen. Aber das Schöne ist, dass es da ein ganz anderes Bewusstsein für mich gibt und ich heute mit schwierigen Phasen anders umgehe als damals. Und ich glaube ich hätte meine Sprunghaftigkeit auch gar nicht so embracen können. 

Aber wenn man einmal so einen inneren Frieden gefunden hat, dann beschützt man den auch wie so einen Schatz. Und den Gedanken finde ich einfach super schön.