Eines der größten Probleme von uns Scannern: Wir schmieden zwar gerne Pläne (je mehr geplant ist, desto besser), aber halten uns eigentlich nur in den seltensten Fällen an diese Pläne. Warum? Weil sich unsere Interessen und dadurch auch unsere Ziele viel zu schnell verändern und dieser Plan dann gar nicht mehr zu uns passt.  Wenn wir es aber nicht schaffen eine gewisse Struktur in unser Gedankenwirrwarr und unsere 1000 Ideen zu bekommen, dann bleibt es eben nur bei Ideen. Gerade in der Selbstständigkeit ist es aber wichtig, dass wir diese Ideen auch umsetzen, denn die bedeuten meistens eine weitere Einkommensquelle. Um diese Ideen also auch wirklich umzusetzen, arbeite ich gerne in einem 6-Wochen-Zyklus.

Was bedeutet das und was bringt mir der 6-Wochen-Zyklus?

Wir Scanner BRAUCHEN Planung. Aber eben eher kurzfristig, statt eines 5-Jahres-Plans. Dadurch, dass wir jeweils „nur“ 6 Wochen im Voraus relativ strukturiert planen, bleiben wir flexibel und geben uns immer wieder die Zeit neu zu reflektieren und zu prüfen: „Passt dieses Ziel überhaupt zu mir?“. In diesem Blogpost gehe ich auch auf die Frage ein, wie viel Planung wir Scanner überhaupt wirklich brauchen. 

Es ist hilfreich, wenn du dir von vornherein einen Überblick über deine Ideen verschaffst und dein „großes Ganzes“ kennst. Wie stellst du dir dein Leben vor? Was arbeitest du? Welche Tätigkeiten kannst du zu Ideen und Projekten vereinen, damit keine Langeweile aufkommt und du deine Sprunghaftigkeit ausleben kannst? Falls du die Antwort auf diese Frage nicht kennst, schreib mir gerne eine Nachricht. Ich gebe Workshops zum Thema „Positionierung als Scanner“ und freue mich, wenn ich dir an diesem Punkt weiterhelfen kann. 

Das bedeutet also konkret: Du arbeitest auf LANGE Sicht mit deiner Vision und setzt deine Pläne KURZFRISTIG um. 


Und so strukturierst du deinen 6-Wochen-Zyklus:

Die Planungsphase

Bevor du in deinen 6-Wochen-Zyklus startest, nimm dir genügend Zeit, um dich mit deiner Vision zu verbinden. Welches Projekt möchtest du dir als nächstes vornehmen?  Wenn du bei meinem Workshop mitgemacht hast, hast du vielleicht sogar dein persönliches „Ideenblatt“ vor dir liegen. Oder du wirfst einen Blick auf dein Vision Board. Egal wie: Was ist der nächste Schritt zu deinem „großen Ganzen“? Was bringt dich a) weiter und lässt b) auch dein Herz höherschlagen, wenn du dir vorstellst, dass du ab sofort 6 Wochen lang fokussiert daran arbeiten wirst? 

Sobald du dein Projekt ausgesucht hast, kannst du in die eigentliche Planung gehen.

Schritt Nr. 1: Was ist dein Ziel, also was möchtest du nach diesen 6 Wochen erreicht haben?

Formuliere das Ziel am besten SMART. 

S = spezifisch: Was möchtest du genau erreichen?

M = messbar: Ab welchem Punkt gilt das Ziel für dich als erreicht?

A = attraktiv: Warum möchtest du das Ziel erreichen? Welche Bedeutung hat es für dich?

R = realistisch: Was ist in 6 Wochen wirklich machbar?

T = terminiert: Das ist in diesem Fall ja klar – 6 Wochen 😉

Schritt Nr. 2: Unterteile dein 6-Wochen-Ziel in drei Meilensteine

So hast du immer 2 Wochen, um dich nochmal ganz fokussiert auf eine Sache zu konzentrieren. Ich gebe dir am Ende des Beitrags noch ein paar Beispiele, damit du besser nachvollziehen kannst, wie so etwas aufgebaut ist. 

Möchtest du beispielsweise einen Online Kurs in 6 Wochen auf die Beine stellen, könnte dein 6 Wochen Zyklus so aussehen:

Woche 1: Recherche und Vorbereitung (Zahlungssystem, technische Anforderungen, Struktur des Online Kurses)
Woche 2: Texte schreiben und weiter strukturieren
Woche 3: Videomaterial aufnehmen
Woche 4: Videomaterial sichten und schneiden
Woche 5: Upload und Fertigstellung
Woche 6: Feinschliff

Dein nächster 6-Wochen Zyklus könnte dann beispielsweise das Ziel haben, den Online Kurs zu vermarkten und ein Plan sein, wie du das Ganze angehen möchtest. 

Schritt Nr. 3: Lege dir einen Habit Tracker an

Ein Habit Tracker ist eine Unterstützung, die dich daran erinnert deine Routinen zu etablieren. Du kannst damit jeden Tag ein Kreuzchen versehen, an denen du deine Routinen durchgeführt hast – das motiviert ungemein! Also frag dich: Was darfst du in den nächsten 6 Wochen täglich tun, um deinem Ziel näher zu kommen? Es können ganz allgemeine Beschreibungen sein, wie „täglich 3 Stunden Fokuszeit durch die Pomodoro Technik“ oder „täglich 10 Seiten in einem Buch lesen, das mit meinem Ziel zusammenhängt“. Du entscheidest! 


Die Fokusphase

In dieser Phase setzt du alles um, wie du es in deiner Planungsphase festgelegt hast. Hier starten auch die eigentlichen 6 Wochen. 

Ich habe noch ein paar Tipps für dich, wie du dich während dieser Zeit motivieren kannst und wirklich durchziehst.

Tipp Nr.1: Du bist sprunghaft und das ist auch wunderbar. Plane dir in der Fokuszeit trotzdem genügend „verrückte“ Zeit ein, in der du eben sprunghaft sein kannst. Zum Beispiel eine Stunde am Abend. Wo du neue Ideen spinnen kannst oder an einem ganz anderen Projekt weiterarbeitest – wenn du das brauchst!

Natürlich sollte hauptsächlich deine Zeit und Energie auf dem von dir auserwählten Fokus liegen, damit du deinem Ziel auch näherkommst. 

Tipp Nr. 2: Falls dir tagsüber neue Ideen kommen und du dich nicht konzentrieren kannst, leg dir ein Ideenbuch an. In dieses kannst du alle Impulse notieren. Wenn du es von deinem Kopf aufs Papier gebracht hast (und du dir abends vielleicht sogar eine Stunde nimmst, um daran weiterzuspinnen), dann spukt es dir auch nicht mehr so sehr in deinem Kopf rum und du kannst dich wieder auf deinen Fokus konzentrieren. Aus den Gedanken, aus dem Sinn – sozusagen 🙂 

Die Reflexionsphase

Die Reflexionsphase ist gleichzeitig auch wieder die neue Planungsphase. Du kannst also nach den 6 Wochen eine Woche einplanen, um die vergangenen 6 Wochen zu reflektieren und die nächsten 6 Wochen vorzubereiten. Wenn du die vergangenen 6 Wochen reflektierst, ist es vor allem wichtig dich zu fragen:

Was hat gut geklappt? Habe ich mein Ziel erreicht? Wenn ja, feier dich dafür! Auch deswegen ist so eine ganze Woche zwischen zwei 6-Wochen-Zyklen toll: Mach dir einen schönen Tag und belohne dich!

Wenn es nicht geklappt hat, dann frag dich woran es lag und was du beim nächsten Mal besser machen kannst. Gibt nicht auf, sondern versuch dem 6-Wochen Zyklus wirklich eine Chance zu geben. 

Und am wichtigsten und was du dich immer in dieser Zeit fragst: Was habe ich dazu gelernt?

Das ist wahrscheinlich einiges!

Was tun bei außergewöhnlichen Ereignissen?

Manchmal spielt das Leben anders als man plant und dann scheinen sogar 6 Wochen noch zu lang. Ich möchte dir auch gar nicht einreden, dass du EGAL was passiert, unbedingt an deinem 6-Wochen-Zyklus festhalten sollst. Wenn du mittendrin das Gefühl hast, du hast DIE Idee, die dein Leben für immer verändert, dann GO FOR IT. Ich möchte dir einfach nur gerne eine Methode mit an die Hand geben, die mir sehr hilft, um Projekte zu Ende zu bringen (was mir sonst eben immer sehr schwerfällt). 

Viele angefangene Projekte bringen leider keinen Umsatz. Und außerdem bleiben die Erfolgserlebnisse aus, wenn alles nur halbfertig ist. Es lohnt sich also doppelt eine Idee wirklich umzusetzen: finanziell UND für dein Selbstbewusstsein. 

Außerdem ist es nicht so, dass du minutiös deine 6 Wochen verplanen sollst. Ich sagte ja bereits, dass du dir genügend Puffer einbauen sollst. So kannst du auf mögliche Veränderungen immer reagieren und kommst deinem Ziel trotzdem näher. 

Warum nicht gleich Monatsziele? 

4 Wochen sind viel zu kurz, um beispielsweise ein so großes Projekt wie einen Online Kurs fertig zu stellen. Und für mich persönlich fühlt sich das zu chaotisch an, wenn ich das Gefühl habe mich mit etwas beeilen zu müssen. Ich lasse mir lieber etwas mehr Zeit mit einem Projekt, mache nebenher noch ein bisschen was anderes, aber habe meinen Fokus klar und deutlich vor Augen und stelle meine Projekte zu Ende. Wenn dir ein anderer Zeitrahmen besser für dich scheint, kannst du das natürlich gerne so machen. Vielleicht sind ja 4 Wochen oder doch 12 Wochen angenehmer für dich?

Kannst du dir vorstellen mit dem 6-Wochen-Zyklus zu arbeiten? Mich würde interessieren, ob du vielleicht schon Erfahrungen damit gemacht hast oder wie du dich sonst strukturierst. Ich freue mich von dir zu hören und schreib mir gerne eine Nachricht, falls du noch Fragen dazu hast.