Es tut gut ALLE Facetten deiner Persönlichkeit auszuleben!

Schon als Kind durfte ich mir oft anhören, dass ich nichts durchziehe und bei keiner Sache so richtig am Ball bleiben kann, schnell aufgebe und keinen Biss habe. Ich fand das früher natürlich total doof, denn ich habe das gar nicht so empfunden. Ich bin jemand, der sehr begeisterungsfähig ist und viele neue Dinge ausprobieren will. Früher habe ich mich in Gesprächen dann oft schlecht gefühlt, weil ich eben nicht schon „turne, seit ich 5 Jahre alt bin“ oder „seit über 10 Jahren Mitglied in einem Verein bin“. Mein „Problem“ war: ich war immer super schnell gelangweilt von einer Sache. Und das ist bis heute noch so.

Vielleicht kennst du das ja auch: ___STEADY_PAYWALL___ Du hast 1000 Ideen im Kopf und willst alles am liebsten sofort umsetzen. Du probierst oft  neue Dinge aus und wann oder ob du sie zu Ende bringst ist dabei erst mal egal, weil es eher darum geht Interessen auszuleben und dem Wissensdrang nachzukommen. Und du vermeidest Spezialisierungen in eine Richtung, weil dir das einengend vorkommt.  Mit anderen Worten laut Definition unserer Gesellschaft: Du bist sprunghaft, wankelmütig, unbeständig.

Und jetzt? Ich sage: EMBRACE YOUR SPRUNGHAFTIGKEIT!

Man ist kein Nichtskönner, nur weil man seine Interessen mehr in die Breite streut, als in die Tiefe. Ich finde es richtig gut sprunghaft zu sein. Aus folgenden Gründen:

  1. Wir sollten das Leben viel öfters als Spielwiese sehen, auf der wir uns austoben können. Man muss nicht immer sofort das Endergebnis vor Augen haben oder an die erbrachte Leistung denken. Man muss nicht mal „gut“ sein oder etwas zu Ende zu bringen, sondern darf einfach mal Spaß an den Dingen haben.
  2. Was heißt überhaupt „zu Ende bringen“? Nur weil ich das Malen für mich entdeckt habe, muss ich nicht das Ziel haben eine eigene Ausstellung mit meinen Bildern zu füllen. Man muss auch nicht zwangsläufig besser in einer Sache werden und es kann trotzdem Spaß machen. Und vor allem: man muss nicht aus allem einen Beruf oder ein riesiges Herzensprojekt machen, wenn man das nicht möchte.
  3. Man macht schneller neue Erfahrungen, weil man in viel mehr Themengebiete mal reinschnuppert. Und das hat wieder den Vorteil, dass man dabei herausfindet, was wirklich Spaß im Leben macht und was nicht. Wenn mich ein Thema richtig begeistert, dann gehe ich immer all in – manchmal eben bloß für ein paar Wochen und manchmal länger. Dann lese ich Bücher dazu, beschäftige mich rund um die Uhr mit dem Thema und will alles dazu wissen, was es zu wissen gibt.

Sprunghaftigkeit ist für mich etwas Gutes. Es zeigt, dass man seine verschiedenen Interessen und alle Facetten, die die eigene Persönlichkeit ausmachen, auslebt. Das ist für mich auch Flow: mir alles zu erlauben, was ich bin. Dass man sich in nichts einschränkt. Das Leben ist schließlich auch nicht nur schwarz oder weiß.

Auf dein Business oder dein Herzensprojekt bezogen: Eine Nische zu finden ist wichtig und sich zu positionieren sicherlich auch. Und auch wenn das Wort „Sprunghaftigkeit“ bei vielen einen negativen Beigeschmack hat, finde ich schon, dass man durchaus auch bei einem Herzensprojekt sprunghaft sein kann – und sich das für dich auszahlen kann. Sei es jetzt, dass du verschiedene Social Media Formate testest oder auf deinem Blog über mehr als nur dein Kernthema schreibst. Man muss an keiner Strategie festhalten, nur weil man irgendwann mal mit was angefangen hat, aus Angst, dass die Leute einen nicht mehr ernst nehmen. Wenn dich eine Sache langweilt oder sich einfach nicht mehr richtig für dich anfühlt, dann probier was anderes aus. Das ist auch Authentizität. Genauso wie du dein Leben als Spielwiese sehen kannst, kannst du dich auch auf der Spielwiese „Herzensprojekt“ austoben.

Alle hassen Stillstand. Alle sprechen von „man muss sich immer weiterentwickeln, wachsen, vorwärts kommen im Leben“. Selbstoptimierung ist in aller Munde.  Aber Sprunghaftigkeit ist dann auch wieder nicht so gut. Im besten Fall kennt man seinen Weg vorher schon ganz genau und fährt genau diesen Kurs, damit man am Ende am Ziel ankommt… Die Rechnung geht leider nicht ganz auf. Man MUSS doch eigentlich immer ausprobieren, testen, versuchen, scheitern, neu aufstehen…von mir aus sprunghaft sein.