In meinem letzten Artikel ging es um Rituale und Routinen, die dir dabei helfen können, das Jahr zu reflektieren und abzuschließen. Im heutigen Podcast spreche ich mit dir über die Dinge, die ich tue, um mich mental auf das nächste Jahr vorzubereiten. Ich versuche dabei auch immer etwas kreativ zu werden. Und vor allem werde ich auf die Frage eingehen, wie viel Planung ein Scanner wirklich braucht.

Seit zwei Jahren bin ich selbstständig und natürlich setzte ich mir bisher jedes Jahr Ziele. Am Ende des Jahres habe ich oftmals vieles davon nicht ganz erreicht, sondern nur annährend oder teilweise auch gar nicht und dafür etwas ganz anderes geschafft. Manchmal hat mich das frustriert. Vor allem der erste Blick auf die Zielliste des Jahres, wenn ich nicht so viel abhaken konnte, wie ich gerne wollte. Und auf den ersten Blick sieht man ja auch nicht all die Dinge, die man stattdessen geschafft hat. 

Mit anderen Worten kann ich also sagen: Es kommt sowieso immer ganz anders als man denkt. In 12 Monaten passiert immer so viel, meine Interessen verändern sich und manchmal hab ich gar keine Lust mehr auf ein bestimmtes Ziel… Oder zu einem Ziel kommen während dem Jahr 5 andere dazu und ich fühle mich dann überfordert, weil ich mich von nichts trennen kann und will. Deswegen brauche ich genügend Freiheit und Flexibilität in meiner Jahresplanung. 

Ich bin deswegen zu dem Entschluss gekommen, dass ich mir für dieses Jahr keine starren Ziele vornehmen werde. Ich habe dieses Jahr so intensiv an mir gearbeitet und mich weiterentwickelt und mich von fast allem befreit, was mich noch aufgehalten hat. Gleichzeitig habe ich so an meiner Vision gefeilt – wobei man das eigentlich gar nicht so sagen kann. Ich habe nicht gefeilt. Ich habe einfach alles abgelegt, was noch zwischen mir und meiner Vision stand. Jetzt weiß ich ganz genau in welche RICHTUNG es geht und dafür brauche ich keine starren Vorgaben.

Ich sehe also mein „großes Ganzes“ als eine Art Richtungsweiser. Selbst, wenn du das aber (noch) nicht kennst, habe ich heute 3 Tipps für dich, wie du dich zum Jahreswechsel mit deiner Vision verbinden kannst und dir auf kreative Art und Weise Gedanken dazu machen kannst, wie dein nächstes Jahr für dich persönlich aussehen soll. Der Vorteil von diesen Tipps ist außerdem auch, dass du etwas in der „Hand“ hast und wenn du dich während des Jahres mal wieder überwältig fühlst, kannst du das herausholen und dich wieder auf DICH und deine Vision besinnen. Und dabei geht es nicht um starre Zielvorgaben, sondern dass du in deiner Mitte bleibst und es schaffst dich von äußeren Einflüssen abzugrenzen. 

Es geht eher um ein Gefühl, das dich daran erinnern soll, was du nächstes Jahr alles erreichen möchtest und dir dabei gleichzeitig erlaubst flexibel und frei mit deinen Ideen zu bleiben. Und wie das Gefühl Wirklichkeit wird und wie viel Planung dazu gehört, verrate ich dir nach den 3 Tipps. 

Tipp Nr. 1:  Journaling

Ich liebe es mich am Ende des Jahres hinzusetzen und zu träumen. Was will ich erreichen? Was ich will sehen? Wohin will ich reisen? Und dann lass ich diese Gedanken einfach fließen und schreibe alles auf… Auch dabei hilft mir wieder das Journaling sehr. Auf meinem Instagram Account findest du unter „Jahresplanung“ ganz viele Journaling Fragen, die dich bei deiner Jahresplanung unterstützen können. Folg mir dort gerne für noch mehr Inspiration. Eine Frage davon möchte ich dir heute schon gerne stellen, denn es ist meine absolute Lieblingsfrage, wenn es um die Jahresplanung geht. Hör einfach mal auf deinen ersten Impuls sobald du diese Frage gleich hörst. Vielleicht ist das ja schon deine Richtung für 2020?

Was wird nächstes Jahr auf deinen Fotos zu sehen sein? 

Es hilft dabei dein Jahr aus einer anderen, abstrakteren Perspektive zu sehen. Wann wirst du wohl deine Kamera zücken? Welche Momente werden es wert sein, sie für immer festhalten zu wollen? Welche Motive werden zu sehen sein? Wo wirst du sein? Wer wird auf deinen Bildern zu sehen sein? Auf welchen Fotos wirst du zu sehen sein? Lege in Gedanken mal ein kleines Fotoalbum mit dem Titel 2020 an und gehe im Kopf alle Jahreszeiten durch (das hilft mir immer sehr, um das Jahr nochmal zu unterteilen)…Frühling, Sommer, Herbst, Winter… 

Bedenke dabei, dass man nicht nur auf Reisen Bilder oder jedes Bild auf Instagram hochgeladen werden muss. Denk auch an Bilder, die du deinen Freunden oder deiner Familie schickst. Das kann sein, wie du ein Zertifikat aus einer Weiterbildung stolz in die Kamera hältst oder ein neues Familienmitglied begrüßt oder, oder, oder…Versuch deinen Horizont durch diese Übung zu erweitern. 

Welche Impulse kommen in dir hoch, wenn du diese Frage hörst und in Gedanken durchspielst? So etwas ist viel wertvoller als starr irgendwelche Ziele aufzuschreiben.

Tipp Nr. 2: Meine Lieblingsübung: Sein-Tun-Haben

Wenn du möchtest, kannst du dann deine Impulse aus dem ersten Tipp dann konkretisieren und aus deinem Kopf auf ein Blatt Papier bringen. Ich nutze gerne für meine Jahresplanung die Sein-Tun-Haben Übung. Nimm dafür einfach ein Blatt Papier und mache drei Spalten und schreibe in die drei Spalten SEIN – TUN – HABEN auf.

Wer willst du in 12 Monaten SEIN? Was bist du für ein Mensch? Was macht dich aus? Inwieweit möchtest du dich weiterentwickeln? 

Was willst du in den nächsten 12 Monaten TUN? Wohin wirst du reisen? Welche Weiterbildung wirst du machen? Welche Veranstaltungen wirst du besuchen? Oder noch konkreter: Was wirst du tun, um deine Bilder aus Übung 1 auch WIRKLICH machen zu können? 

Was wirst du in den nächsten 12 Monaten HABEN? Also was wirst du besitzen? Wird es eine neue Kamera sein? Dafür kannst du zum Beispiel auch ein Sparziel aufschreiben. Es kann aber auch sein, dass du eine neue Website aufsetzen möchtest oder eine gewisse Anzahl an E-Mail Kontakten…

Tipp Nr. 3: Lege dir eine Zeitkapsel an


Eine Zeitkapsel kann zum Beispiel eine Schachtel sein, in der du besondere Gegenstände von diesem Jahr hineinlegst und sie dann erst ein Jahr später wieder rausholst, um dich nochmal zu erinnern. Du kannst dir aber auch selbst einen Brief schreiben, den du ein Jahr später liest. In diesem Brief kannst du ebenfalls nochmal alles festhalten, was du durch diesen Podcast jetzt erarbeitet hast. Dieser Brief kann dann dein Wegweiser sein, wenn du das Gefühl hast, dass du dich wieder irgendwie verlierst. Dann kannst du ihn natürlich schon früher rausholen. Eine Zeitkapsel anzulegen macht großen Spaß, auch mit anderen. Das wäre doch eine schöne Silvestertradition, oder?

Von einer Routine kann ich davon noch nicht wirklich sprechen, aber ich werde es dieses Jahr auf jeden Fall zum ersten Mal ausprobieren. Der Hintergrund ist der, dass ich mir selbst im Jahr 2012 einen Brief geschrieben habe, den ich erst 10 Jahre später öffnen darf. Ich habe KEINE AHNUNG mehr was da drin steht und ich freue mich jetzt schon so sehr diesen Brief in zwei Jahren öffnen zu können. Momentan überlege ich noch, ob ich meine Zeitkapsel wieder für 10 Jahre schließe oder schon nächstes Jahr im Dezember wieder öffne.

Und nun kommen wir zu der Frage: Wie viel Planung braucht ein Scanner überhaupt? 

Wie anfangs schon erwähnt: Ich glaube, dass es keinen Sinn macht, das ganze Jahr starr vorauszuplanen. Und das sage ich als absoluter Planungsfreak. Dafür sind wir einfach zu sprunghaft. Trotzdem müssen wir uns natürlich irgendwo fokussieren – zum Beispiel, weil wir Geld verdienen müssen. 

Ich mache es inzwischen so, dass ich langfristig mit meiner Vision arbeite und kurzfristig mit Meilensteinen. Kurzfristig plane ich dann auch intensiver und genauer, formuliere wirkliche Ziele aus. Ich finde einen guten Zeitraum dafür 3 Monate, aber ich persönlich arbeite sogar in noch kürzeren Zeiträumen und ich glaube die meisten von euch wissen auch schon welchen Zeitraum ich für mich nutze – nämlich den 6-Wochen-Zyklus. Dann schaue ich mir meine Vision an (z.B. auf meinem Vision Board) und überlege welches Projekt mich dort näher hinbringen könnte. Und an diesem Projekt wird in den nächsten 6 Wochen fokussiert gearbeitet. Natürlich nehme ich mir da auch Zeit zum kreativ sein und mache auch mal was anderes – aber grundsätzlich ist das Ziel in diesen 6 Wochen ein Projekt abzuschließen. Nach den 6 Wochen nehme ich mir die Zeit um zu reflektieren und eben auch wieder um mich mit meinem „großen Ganzen“ zu verbinden und zu überlegen, welches Projekt ich als nächstes angehen möchte. 

Diese Mischung aus kurzfristiger, genauer Planung und langfristiger Offenheit tut mir einfach gut. Ich weiß, dass ich Projekte zu Ende bringe, die mich persönlich glücklich machen und weiterbringen, aber ich weiß auch, dass ich immer genügend Abwechslung habe, weil bald wieder das nächste Projekt kommt.